Google übersetzt Games Teil 1

Gameomat hat zusammen mit „Google-Übersetzerexpertin“ (das steht so bei YouTube, ich zitiere das nur ^^) Julia Koep Dialoge aus Spielen durch den Google-Übersetzer gejagt und neu vertont – und das Ergebnis ist zum Kugeln.

„Wenn Ihr Kühlschrank für Backup warten …?“ Bei solchen Sprachperlen sollte mein Job doch noch für einige Zeit gesichert sein … 😀

Viel Spaß beim Anschauen!

Rückblende: Workshop „Sexszenen übersetzen“

ksi-übersicht

Im Mai hielt ich beim Texttreff-Workshopwochenende einen Workshop zum Übersetzen von Sexszenen*, die ja an sich schon einiges an Feingefühl benötigen. Nachdem wir beim Brainstormen munter mit Begriffen jongliert haben, die man lieber vermeiden sollte, und allgemein über die Tücken und Fettnäpfen debattiert haben, kam zum Abschluss der lustigste Teil des ganzen Workshops, als eine Teilnehmerin (ja, Jeannette, ohne dich hätten wir nicht so viel gelacht) noch mit folgendem Netzfund aufwarten konnte:

Der Knaller, oder? Und so erotisch … 😀

Wusstet ihr übrigens, dass es im englischsprachigen Raum einen „Bad Sex in Fiction Award“ gibt, der jedes Jahr im Dezember verliehen wird und bei dem die schlechtesten Sexszenen des Jahres ausgezeichnet werden? Mehr dazu findet sich natürlich bei Wikipedia, und unter diesem Link könnt ihr Zitate aus den 2016 nominierten Werken lesen.

Ich muss mir hingegen mal langsam überlegen, was ich denn nächstes Jahr für einen Workshop anbiete …

* Ehrlich gesagt war das nicht ganz freiwillig; einige Kolleginnen meinten, dass ich nach dem Übersetzen diverser ziemlich heißer Titel wie der »Perfect Passion«- und der »Perfect Touch«-Romane mal aus dem Nähkästchen plaudern könnte … Ich fand dann einen Workshop mit reger Beteiligung aller aber deutlich spannender. 😉

Über das Übersetzen

translators note

Vor Kurzem stieß ich auf dieses Foto, das doch sehr treffend das Problem beim Übersetzen wiedergibt. Die ganze Anmerkung des Übersetzers John Ciardi findet sich in der bei Signet erschienen Übersetzung von Dantes »Inferno« (mehr dazu hier), und sie bedeutet sehr frei und „quick and dirty“ übersetzt:

Wenn die Geige wiederholt, was das Klavier gerade gespielt hat, kann sie nicht dieselben Klänge erzeugen und den Akkorden nur ungefähr entsprechen. Jedoch ist es ihr möglich, die erkennbar gleiche „Musik“ und Atmosphäre zu erschaffen. Dies gelingt allerdings nur, wenn sie sich ebenso treu bleibt wie der Vorlage.

Das benennt den Kernaspekt unserer Arbeit doch sehr gut, denn eine gute Übersetzung kann ich nur anfertigen, wenn ich einerseits dem Original treu bleibe, andererseits aber auch versuche, die deutsche Sprache (in meinem Fall, da ich ins Deutsche übersetze) bestmöglich einzusetzen, um den Ton und die Stimmung des Textes wiederzugeben.

Es ist und bleibt ein Drahtseilakt, denn man muss immer wieder entscheiden, wie und wo man bei der Übertragung des Ursprungstextes Abstriche macht, beispielsweise weil sich Formulierungen oder Redewendungen nicht so übernehmen lassen, und die deutschen Entsprechungen finden, die dem Werk gerecht werden.

Das gelingt mal besser und mal weniger gut, und allein der obige Abschnitt ließe sich schon auf so vielfältige Weise übersetzen, dass man die unterschiedlichsten Versionen erhielte …

Aber das ist ja auch das Spannende und Herausfordernde an unserem Beruf.

PS: Die ganze und lesenswerte „Translator’s Note“ ist übrigens hier bei Google Books zu finden.

Gatherland zu »Wolf Road«

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Sehr passendes Titelbild der Facebook-Verstanstaltung für morgen ❤

In der Buchhandlung »Otherland« in der Bergmannstr. 25 in Berlin findet morgen Abend das monatliche Gatherland statt (wie immer am dritten Donnerstag im Monat), bei dem es dieses Mal um »Wolf Road« gehen wird – und ich bin auch da. 🙂

gatherland

Wenn ihr also Lust habt, euch über das Buch zu unterhalten, mich nach meiner Arbeit auszufragen oder einfach mit netten Leuten zu plaudern, dann kommt vorbei! Ich würde mich freuen.

»Harry Potter and the translator’s nightmare«

Wenn ihr mal knapp sechs Minuten Zeit habt, schaut euch doch mal dieses (englischsprachige) Video über die unterschiedlichen Übersetzungen der »Harry Potter«-Bücher in verschiedenen Ländern an – ich finde es sehr interessant, auch vom Standpunkt als Übersetzer aus. So steht man ja häufig vor dem Problem, oft in sehr kurzer Zeit und meist ohne Kontakt zum Autor und ohne die Hintergründe der Namensgebung zu kennen passende Begriffe zu finden. Und wenn man Pech hat, kommt dann in einem der späteren Bände raus, dass etwas ganz anderes gemeint ist, und man steht da mit seiner vielleicht suboptimalen Lösung …

Ich habe »Harry Potter« übrigens nie auf Deutsch gelesen und kenne die meisten deutschen Begriffe nur aus den Filmen, richtige Böcke sind mir dabei aber nicht aufgefallen (soweit ich mich erinnern kann).

 

Verschreiber des Tages

Wenn man arg urlaubsreif und außerdem noch übermüdet ist, kann es schon mal passieren, dass man manche Verschreiber erst beim x-ten Lesen überhaupt bemerkt …

Er hatte bei der Arbeit einen Schlafanfall bekommen …

Tja, diesen Schlafanfall könnte ich auch ganz gut gebrauchen, nur leider ist der eigentlich gemeinte Schlaganfall dann doch eine ernstere Sache. Gut, dass es nur um eine Romanfigur geht …

Schlafanfälle bekommen hier momentan nur meine Katzen (dementsprechend habe ich das Beitragsbild auch ausgewählt), ich muss noch bis nächste Woche warten – dann ist Urlaub 😉

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Erschienen: »Karl der Wikinger: Das Schwert Eingars«

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Es ist schon einige Zeit her, dass ich mich mal an einer Graphic Novel austoben durfte, und nun hat mir der Panini-Verlag das Frühwerk des Großmeisters Don Lawrence anvertraut. Hier die offiziellen Verlagsinfos:

Erstveröffentlichung: 26.06.2017
Format: HC
Seiten: 96
Autoren: Henry Bulmer, Michael Moorcrock
Zeichner: Don Lawrence
Ein Kleinod der Comicgeschichte: Das Frühwerk von Trigan- und Storm- Zeichner Don Lawrence. In der Tradition von Prinz Eisenherz entspannt sich ein bildgewaltiges Wikinger-Abenteuer – erstmals auf Deutsch erhältlich!

Das Frühwerk des STORM-Zeichners Don Lawrence schildert die Abenteuer eines außergewöhnlichen Helden, der als angelsächsicher Säugling von Nordmännern geraubt wurde und als Adoptivsohn des Wikingerfürsten Eingar zu einer wahren Legende der kriegerischen Seefahrer aus dem eisigen Norden heranwachsen sollte …

Deutsche Erstveröffentlichung!

Von Comiczeichner- Legende Don Lawrence!

Ich kann euch schon mal verraten, dass es noch mehr Bände geben wird und ich noch einige Geschichten übersetzen darf …

Weitere Infos zu diesem Band findet ihr bei Panini, Buch7 und Amazon.

 

 

 

 

Verschreiber des Tages

Wenn man einen Sci-Fi-Roman übersetzt, schreibt man ja so allerhand lustige Worte und Wortneuschöpfungen, aber einen klassischen Verschreiber leiste ich mir momentan immer wieder:

»Das Testgebiet wurde anvisiert, aber wir können die Zielerfassung erst aktivieren, wenn Schuldgenerator Gamma bereit ist.«

Ähm, ich muss meinen Schuldgenerator auch erst mal neu justieren … *hüstel*

Das ergibt doch gleich ganz neue Möglichkeiten, wenn man diverse Schuldgeneratoren hat, die man individuell einstellen kann, findet ihr nicht? 😀

Aktualisiertes amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung

Die herrliche Ankündigung von hr-info 😀

Gestern wurde also die aktualisierte Fassung des „Amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung“ veröffentlicht. Das ist für uns „Sprachnerds“, wie ich schon so schön auf Facebook schrieb, ja immer sehr spannend, weil es doch immer wieder einige Änderungen gibt, über die man sich freut oder ärgert.

Wichtigster Punkt: Es gibt jetzt ein großes „ẞ“! Im Gespräch war es ja schon lange, diesen Buchstaben endlich einzuführen, und gerade Menschen mit einem ẞ im Nachnamen werden sich freuen, dass sie nun auch in Großbuchstaben korrekt geschrieben werden können (und aus einer Frau Spieß keine FRAU SPIESS wird). Laut Wikipedia ist das große Eszett bereits seit 1925 im Gespräch, und es hat natürlich längst einen eigenen Eintrag.

Da es den Buchstaben noch nicht auf der Tastatur gibt, muss man sich anderweitig behelfen. Am PC geht das über die Tastenkombination [Shift] + [Alt Gr] +[ß] oder [Alt Gr] + [H], beim Mac muss man sich selbst ein Tastenkürzel für das ẞ erstellen, unter Linux drückt man Feststelltaste] + [ß] oder [Shift]+[AltGr]+[S]. (Alles ohne Gewähr, vermutlich auch nicht bei allen Schriftarten möglich.)

Aber das ist noch nicht alles, was sich geändert hat.

Auch die Regel bezüglich der Groß- und Kleinschreibung bei einer festen Verbindung aus Adjektiv und Substantiv wurde angepasst. So kann man nun „mittlere Reife“ oder „Mittlere Reife“ bzw. „goldene Hochzeit“ oder „Goldene Hochzeit“ schreiben (aufgrund des schwankenden Wortgebrauchs), während es weiterhin „freie Mitarbeiter“ (wörtliche bzw. bildhafter Gebrauch) oder „Heiliger Vater“ (besondere Anredeform) heißt.

Auf korrekturen.de wird diese Regel noch einmal sehr übersichtlich und verständlich zusammengefasst.

Überdies wurde das Wortverzeichnis angepasst, wobei einige Fremdwortschreibungen, die ich ohnehin nie verwenden konnte, weil sich mir dabei die Fußnägel hochgerollt haben, unter den Tisch gefallen sind, beispielsweise:

„Anschovis“, „Frotté“, „Komplice“, „Majonäse“, „Wandalismus“ oder „Ketschup“.

Die Pressemitteilung zu dieser aktualisierten Fassung findet ihr hier, das amtliche Regelwerk und das Wörterverzeichnis könnt ihr unter diesem Link herunterladen.

Bleibt nur noch hinzuzufügen, dass es natürlich auch bald einen neuen Duden geben wird, den ihr hier beim Dudenverlag schon mal vorbestellen könnt, damit ihr ihn gleich bei Erscheinen im Herbst in den Händen haltet. Jetzt würde mich noch interessieren, ob es eine aktualisierte Software zur Rechtschreibprüfung für Word oder Papyrus geben wird, aber da hoffe ich jetzt einfach mal drauf …